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Jaroslawl: die Galerie, in der der Goldene Ring anfängt

5 Min. Lesezeit

Ein Wort, und fast jeder in Russland weiß, welche Städte gemeint sind. Der Goldene Ring ist so selbstverständlich geworden, dass die Frage kaum noch jemand stellt: Wer hat sich das eigentlich ausgedacht?

Es gibt eine Antwort, und sie ist überraschend jung. Im kommenden Jahr wird die Route 60 Jahre alt, so steht es in der Mitteilung der Gebietsregierung. Zurückgerechnet führt das ins Jahr 1967, also in eine Zeit, in der die Städte, die sie verbindet, längst standen. Zusammengebunden hat sie der Schriftsteller und Journalist Juri Bytschkow.

Seit diesem Sommer gibt es dafür einen Ort. In der Nachimson-Straße 18 in Jaroslawl hat eine Galerie mit dem Namen „Geschichte des Goldenen Rings” aufgemacht. Nach Angaben der Gebietsregierung ist es die erste ständig geöffnete Ausstellung in Russland, die sich mit der Route selbst befasst, und nicht mit einer einzelnen Stadt darin.

Eine Route, die jemandem eingefallen ist

Das ist der eigentliche Reiz der Sache, und er fällt einem erst auf, wenn man davorsteht. Die Museen in Susdal, Rostow und Uglitsch erzählen von Fürsten und von Ofenkacheln. Diese Galerie erzählt von einer Idee: dass diese Städte zusammengehören, wenn man sie in eine bestimmte Reihenfolge bringt.

Die Führung nimmt genau diesen Faden auf. Nach der Darstellung des Städtebunds, der die Galerie in sein Besuchsprogramm aufgenommen hat, geht es zuerst darum, wie Bytschkow die Route entwarf, und danach um das Erbe der alten russischen Städte, die sie berührt. Wer die Reihenfolge einmal verstanden hat, fährt anders weiter. Susdal wird dann zur Station in einer Erzählung, die sich jemand ausgedacht hat, und das ändert, worauf du beim nächsten Halt achtest.

Ich war am 26. August 2026 dabei, als der Städtebund Reiseveranstalter und Blogger durch das Haus geführt hat. Am stärksten hängengeblieben ist ein Gegensatz: Der Raum ist ausgesprochen modern, obwohl er von Geschichte erzählt.

Gebaut wurde die Ausstellung nicht von einer Agentur allein. Das Investitionsportal des Gebiets schreibt, das Projekt sei gemeinsam mit Museen, Historikern, Heimatkundlern und Handwerkern entstanden.

Der Ring in Bronze, zwei Straßen weiter

Zur Galerie gehört ein zweiter Ort, und den solltest du mitnehmen, weil er nur ein paar Minuten entfernt ist. In der Rewoluzionnaja-Straße steht seit Juli 2026 ein Denkmal für Bytschkow. Die Gebietsregierung beschreibt es als bronzene Figur, die einen goldenen Ring in der Hand hält.

Gemacht hat sie sein Sohn, der Bildhauer Sergej Bytschkow. Ein Vater, der eine Reiseroute entwirft, und ein Sohn, der ihn knapp sechzig Jahre später mit genau dieser Route in der Hand in Bronze gießt: Das ist die Art Geschichte, die auf keiner Denkmalliste steht und die vor Ort in zwei Sätzen erzählt ist.

Das Haus kann mehr als die Galerie

Die Nachimson-Straße 18 ist kein reines Museumshaus. Im selben Gebäude sitzt die Handelsbörse „Nasche Jaroslawskoje”, dazu eine Zone für Meisterklassen und Verkostungen und ein Laden, in dem nach Angabe des Investitionsportals ausschließlich Erzeugnisse von Handwerkern aus dem Gebiet Jaroslawl liegen.

Das ist praktisch, weil du für den Ring und für das, was die Region herstellt, nur einmal die Tür aufmachen musst. Was es dort zu probieren und mitzunehmen gibt, steht im eigenen Beitrag über die Handelsbörse „Nasche Jaroslawskoje”.

Warum ausgerechnet jetzt

Weil die Stadt sich auf ein Datum vorbereitet. 2027 wird die Route 60, und das Gebiet Jaroslawl nennt sich selbst die Hauptstadt des Goldenen Rings. Die Kulturministerin des Gebiets, Swetlana Kostyschina, sagt dazu, man bewerbe im Vorfeld des Jubiläums sowohl die Hauptstadt als auch die Orte, die erst vor Kurzem in den Ring aufgenommen wurden.

Wie voll es dort ohnehin schon ist, sagt das amtliche Tourismusportal des Gebiets: Im vergangenen Jahr kamen rund 13,2 Millionen Besucher nach Jaroslawien. Wie stark das gewachsen ist, dazu gehen die Angaben allerdings weit auseinander, und deshalb steht hier nur die Zahl selbst.

Für deinen Besuch lässt sich die Galerie mit dem Denkmal und den Geschäften im selben Haus verbinden. Den konkreten Termin wählst du nach den Öffnungszeiten und dem Veranstaltungsprogramm.

Praktisches

  • Wo: Nachimson-Straße 18, im historischen Zentrum von Jaroslawl. Das Denkmal für Bytschkow steht in der Rewoluzionnaja-Straße, wenige Gehminuten entfernt.
  • Öffnungszeiten und Eintritt: Die Gebietsregierung nennt sie nicht, und die Galerie hat keine eigene Netzseite. Frag im Touristischen Informationszentrum der Stadt nach, das ohnehin die sinnvollste erste Adresse ist. Auch der Städtebund beginnt sein Besuchsprogramm dort.
  • Reihenfolge: Informationszentrum, dann Galerie, dann Börse im selben Haus, dann hinaus in die Rewoluzionnaja zum Denkmal. So brauchst du für den ganzen Block keinen halben Tag.
  • Für wen: Für alle, die mehr als eine Stadt des Rings sehen wollen. Wer nur einen Tag in Jaroslawl hat und die Wolga sucht, ist mit der Fahrt auf dem „Belojar” besser bedient.
  • Was du danach anders machst: Den Ring planst du danach als Reihe und nicht als Sammlung einzelner Ausflüge. Wo die einzelnen Städte liegen und was sie unterscheidet, steht in der Übersicht der Städte am Goldenen Ring.

Was von einer Route bleibt

Reiserouten sind eigentlich Verwaltungsvorgänge. Jemand schreibt eine Reihenfolge auf, jemand druckt eine Karte, und wenn es gut geht, fährt jemand sie nach.

Bei diesem hier ist etwas anderes passiert. Aus einer Reihenfolge, die sich 1967 ein Journalist ausgedacht hat, ist ein Name geworden, den heute jedes Kind im Land kennt. Neun Städte und Bezirke haben sich inzwischen zu einem Bund zusammengetan, der den Namen gemeinsam pflegt, und keiner davon gehört er allein. Dass die Ausstellung darüber ausgerechnet in Jaroslawl steht, ist deshalb weniger eine Auszeichnung für die Stadt als eine Einladung an alle anderen im Ring.

Stand dieses Beitrags: 27. August 2026. Quellen, alle russisch: die Regierung des Gebiets Jaroslawl zur Galerie, zum Denkmal und zum Jubiläum der Route, das Investitionsportal des Gebiets, betrieben von der Korporation für Entwicklung des Gebiets Jaroslawl, zur Eröffnung des Hauses in der Nachimson-Straße 18, das amtliche Tourismusportal des Gebiets, herausgegeben vom Ministerium für digitale Entwicklung des Gebiets Jaroslawl, zur Besucherzahl des Vorjahres, sowie der Städtebund des Goldenen Rings als Veranstalter des Besuchsprogramms vom 26. August 2026. Öffnungszeiten und Termine ändern sich; prüfe sie vor der Fahrt an der Quelle.

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