Die ersten Wochen in Russland: Die Reihenfolge, an der alles hängt
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Für die ersten Behördentermine lohnt es sich, Unterlagen und Voraussetzungen vorab zu ordnen. Besonders eng hängen SNILS, das bestätigte Gosuslugi-Konto und die Biometrie für eine SIM-Karte zusammen.
Die Liste hilft dir bei der Vorbereitung. Nicht alles muss streng nacheinander geschehen: Ein einfaches Gosuslugi-Konto lässt sich schon per E-Mail anlegen. Für die Identitätsbestätigung und die weiteren Schritte brauchst du zusätzliche Nachweise.
Die Kette
- Migrationserfassung durch die aufnehmende Seite
- Notariell beglaubigte Passübersetzung
- SNILS, die Sozialversicherungsnummer
- Einfaches Gosuslugi-Konto anlegen, falls noch nicht vorhanden, und SNILS sowie Passdaten eintragen
- Daten prüfen lassen und das Gosuslugi-Konto bestätigen
- Biometrie in einer Bankfiliale abgeben
- SIM-Karte
- Bankkonto, danach bei Bedarf die Steuernummer INN
Bei einer Fehlermeldung prüfst du zuerst die Schreibweise und die hinterlegten Passdaten. Eine neu vergebene SNILS kann zusätzliche Rückfragen oder eine Datenaktualisierung erfordern. Daraus lässt sich keine allgemeine Wartepflicht von zwei Wochen ableiten.
Plane die Termine nach den Rückmeldungen der zuständigen Stellen. Die Ausstellung von Unterlagen, ihre Prüfung im Portal und die Terminverfügbarkeit sind verschiedene Schritte. Eine verlässliche Gesamtdauer lässt sich daraus nicht pauschal angeben.
Warum ausgerechnet so
Die Migrationserfassung steht am Anfang, weil sie den Nachweis liefert, dass du dich rechtmäßig im Land aufhältst. Den will danach jede Stelle sehen. Zuständig ist nicht du, sondern die aufnehmende Seite, also Vermieter, Gastgeber oder Hotel. Als Deutscher hast du dafür sieben Arbeitstage ab dem Tag nach der Einreise. Fehlt die Erfassung, verweigert dir das Bürgeramt schon den SNILS. Wer sie erledigt, was sie kostet und was ein Versäumnis nach sich zieht, steht im Beitrag zur Registrierung.
Heb außerdem die Migrationskarte auf, die du bei der Einreise bekommst. Sie muss bis zur Ausreise vorhanden sein, und ihr Verlust ist ein echtes Problem.
Die beglaubigte Übersetzung kostet etwa 2.000 bis 3.000 Rubel und wird bei praktisch jedem folgenden Schritt verlangt. Mach sie früh, nicht wenn du sie zum ersten Mal brauchst. Sie gilt unbefristet, bis dein Pass gewechselt wird.
SNILS, Behördenkonto und Biometrie hängen zusammen, weil der Staat den SIM-Kauf für Ausländer seit Januar 2025 daran bindet, dass sie sich biometrisch identifizieren lassen. Für die Bestätigung müssen die erforderlichen Daten vorliegen; das einfache Portal-Konto kannst du schon vorher anlegen. Mehr dazu im Beitrag über Gosuslugi, SNILS und INN.
Die SIM-Karte steht vor dem Bankkonto, weil Online-Banking ohne russische Nummer unbrauchbar ist. Bestätigungscodes kommen per SMS. Die Einzelheiten stehen im Beitrag zur russischen SIM-Karte.
Was du vorher erledigen solltest
Manches lässt sich nur von Deutschland aus vernünftig regeln.
Apps installieren, solange du noch kannst. Beide großen App-Stores lassen sich in Russland seit Mitte Juli 2026 nur noch schlecht erreichen, und viele russische Apps sind aus den westlichen Stores verschwunden. Was du nach der Landung brauchst, lädst du besser vorher. Welche das sind, steht im Beitrag über Apps im russischen Alltag.
Offline-Karte herunterladen. Internetsperren treffen regelmäßig einzelne Städte und Stadtteile, in Moskau im März 2026 fast drei Wochen lang. Eine Karte, die ohne Netz funktioniert, ist dort kein Komfort.
Die Fahrt vom Flughafen anders planen als über eine App. Nach jeder Einreise aus dem Ausland sperrt der Mobilfunkanbieter mobiles Internet und SMS für 24 Stunden. Direkt nach der Landung wirst du kein Taxi bestellen können.
Und der Punkt, der am teuersten wird, wenn du ihn falsch machst: Nimm kein Euro-Bargeld über den eigenen Reisebedarf hinaus mit. Das ist keine Formalie, sondern nach EU-Recht eine Straftat, unabhängig vom Betrag. Warum das so ist und was stattdessen geht, steht im Beitrag über Geld in Russland. Lies den, bevor du buchst.
Stand dieses Beitrags: 25. Juli 2026. Die Regeln für Ausländer haben sich seit 2024 mehrfach geändert und ändern sich weiter. Alles hier ist ein Ausgangspunkt für eigene Recherche, kein Ersatz für die Auskunft der zuständigen Stelle.