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Die Marmorhalle der Moskauer Metrostation Smolenskaja, an der Wand ein bronzener Leuchter, davor geht ein Mann vorbei

Die ersten Stunden in Russland: Vom Flughafen bis zur ersten Metrofahrt

4 Min. Lesezeit

Die ersten drei Stunden nach der Landung sind die unangenehmsten der ganzen Reise. Du hast noch keine Nummer, noch keine Rubel, das Ortsschild ist in einem Alphabet geschrieben, das du nicht liest, und der erste Mensch, der dich anspricht, will dir eine Taxifahrt für das Fünffache verkaufen.

Danach wird es einfach. Dieser Beitrag handelt von den drei Stunden davor.

Vom Flughafen in die Stadt

Nimm den Aeroexpress. Von allen drei Moskauer Flughäfen fährt ein Zug im festen Takt in die Innenstadt, rund fünfunddreißig Minuten, unabhängig vom Verkehr. Die Fahrkarte gibt es am Automaten in der Ankunftshalle, Bargeld wird angenommen. In Sankt Petersburg fährst du vom Flughafen Pulkowo mit dem Bus zur Metrostation Moskowskaja.

Wenn es doch ein Taxi sein soll, dann über den offiziellen Schalter in der Halle oder über eine App. Was du nicht machst: auf jemanden eingehen, der dich in der Ankunftshalle anspricht. Das sind keine Taxifahrer, die Preise sind frei erfunden, und es gibt keinen Grund, sich darauf einzulassen, wenn zwanzig Meter weiter ein Schalter steht.

Beachte dabei: Bestellst du per App, brauchst du eine Verbindung, und genau die fehlt bei der Ankunft oft. Für russische SIM-Karten gilt nach einem Auslandsaufenthalt eine Abkühlphase von vierundzwanzig Stunden ohne mobiles Internet. Wie du damit umgehst und welche Apps ohne russisches Konto funktionieren, steht im Beitrag über die Apps für den Alltag. Der einfachste Ausweg ist, die erste Fahrt am Schalter zu bezahlen und das Telefon erst im Hotel einzurichten.

Die Metro

Moskau und Sankt Petersburg haben die beiden Netze, die du wirklich brauchen wirst, und beide funktionieren nach demselben Muster.

Du kaufst an der Kasse («касса») oder am Automaten eine Verkehrskarte: in Moskau die Troika, in Sankt Petersburg den Podoroschnik. Beide kosten ein Pfand, das du am Ende zurückbekommst, und beide lädst du mit Bargeld auf. Eine Einzelfahrt ist damit spürbar billiger als am Schalter, und dieselbe Karte gilt für Bus, Trolleybus und Tram.

Zwei Dinge machen die erste Fahrt leichter:

  • Die Schilder sind zweisprachig. In beiden Netzen stehen die Stationsnamen zusätzlich in lateinischer Umschrift an der Wand und über den Bahnsteigen. Du musst also nichts entziffern, um auszusteigen.
  • Die Ansagen haben ein System. In Moskau spricht eine Männerstimme, wenn der Zug in Richtung Zentrum fährt, und eine Frauenstimme in Richtung Stadtrand. Auf der Ringlinie ist es umgekehrt. Das klingt nach einer Kuriosität und ist die schnellste Möglichkeit zu merken, dass man falsch herum sitzt.

Die Rolltreppen sind lang und schnell, und rechts steht man, links geht man. Das wird ernst genommen.

Kyrillisch in einer Viertelstunde

Du musst kein Russisch lernen, um dich zurechtzufinden. Du musst nur die Buchstaben lesen können, die anders klingen, als sie aussehen. Es sind sieben.

Buchstabesieht aus wieist aber
В вVw
Н нHn
Р рPr
С сCs
У уYu
Х хXch
Я яR rückwärtsja

Damit kannst du schon РЕСТОРАН lesen, und das ist genau der Moment, in dem das fremde Alphabet aufhört, fremd zu sein.

Sechs Wörter, die du auf jedem Schild wiedererkennen wirst:

WortBedeutung
ВХОДEingang
ВЫХОДAusgang
КАССАKasse
АПТЕКАApotheke
ВОКЗАЛFernbahnhof
ОТКРЫТО / ЗАКРЫТОoffen / geschlossen

Wie man miteinander umgeht

Ein paar Beobachtungen, die dir die ersten Tage erleichtern.

Fremde lächeln sich nicht an. Ein Lächeln ohne Anlass gilt als merkwürdig, nicht als freundlich. Das ist keine Unfreundlichkeit dir gegenüber, und es kippt sofort, sobald ein Gespräch beginnt. Wer das nicht weiß, hält eine Verkäuferin für abweisend, die schlicht ihre Arbeit macht.

«Здравствуйте» und «спасибо» reichen weit. Zwei Wörter, gesprochen “sdrastwujtje” und “spassiba”. Mehr wird von dir nicht erwartet, und beides wird bemerkt.

In Wohnungen zieht man die Schuhe aus. Ohne Aufforderung, direkt an der Tür. Meist stehen Hausschuhe für Gäste bereit.

Trinkgeld liegt bei etwa zehn Prozent und wird bar gegeben, weil sich der Betrag auf der Karte nicht ändern lässt. Ein weiterer Grund, kleine Scheine dabeizuhaben.

Was du immer bei dir trägst

Deinen Pass im Original, das Visum und den abtrennbaren Abschnitt der Ankunftsmeldung, den dir das Hotel gibt. Eine Kopie reicht bei einer Kontrolle nicht. Der Zettel gehört zum Pass, und er bleibt dort bis zur Ausreise; warum, steht im Beitrag über die Registrierung.

Dazu Bargeld in kleinen Scheinen, weil der Fünftausender im Bus niemandem hilft.

Wenn du wirklich nur eine Sache mitnimmst

Lade dir 2GIS herunter und speichere die Stadt offline, bevor du losfliegst. Damit hast du Karte, Firmenverzeichnis und Wegführung in der Hand, auch wenn das Telefon nach der Landung vierundzwanzig Stunden lang kein Internet hat. Alles andere lässt sich vor Ort lösen, das nicht.

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